Google Plus – ein Netzwerk, das viele Möglichkeiten bot

 

Google Plus, GPlus oder Google+ gehörte zum sozialen Netzwerk der Google Inc. dazu. Gestartet im Juni 2011 ist das Netzwerk seit Anfang April 2019 für Privatnutzer offline gegangen. In diesem Zeitraum haben sich weltweit über 2,5 Milliarden Menschen auf Google Plus registriert gehabt. Bei all den vielen anderen sozialen Netzwerken keimte jedoch die Frage auf: Lohnt sich dieses Netzwerk überhaupt? Und warum scheiterte das Projekt

Wie funktionierte Google Plus?

Google Plus bot ebenso wie Facebook oder Instagram viele verschiedene Funktionen, die sich auch Unternehmen zunutze machen konnten. Neben liken und kommentieren war es Nutzern auch möglich, Bewertungen für Unternehmen einzubinden. Zahlreiche Kritiker sahen Google Plus als direkten Konkurrenten zu Facebook – doch war dem auch wirklich so?

Im Gegensatz zu Facebook war Google Plus nicht nur eine Seite, sondern offenbarte viele weitere Produkte. Dazu zählen bis heute beispielsweise

  • Google Search
  • Google Maps
  • Gmail
  • Youtube

und viele weitere Gadgets. Google Plus war also nicht wirklich ein Konkurrent für Facebook. Vielmehr konnten Anwender die Seiten ideal miteinander verbinden und somit ein strukturiertes Netzwerk erstellen. Gleichzeitig stärkte Google seinen Anwendern den Rücken. Durch die Daten, die Google erhielt, ließ sich Werbung besser einsetzen, die auch letzten Endes dem Verbraucher etwas nützte. Facebook ist den meisten Menschen vielleicht vertrauter, doch Google Plus bot einen entscheidenden Vorteil: Die Websuche. Nutzer, die z. B. nach einem Unternehmen suchen, erhielten eine Seite von Google Plus angeboten. Hierbei handelte es sich jedoch nicht um ein Social Network, wie es vielleicht bei Facebook der Fall ist. Vielmehr um einzelne Profilseiten. Es war ein Feature, welches Interessierten offenstand und somit viele Möglichkeiten offerierte. Wer also ein wenig Interesse mitbrachte und sich mit Google Plus auseinandersetzte, konnte seine Reichweite erhöhen.

Vorteile von Google Plus

Google ist eines der größten und einflussreichsten Unternehmen im Internet. Demnach ist das Netzwerk auch gigantisch. Während Twitter auf schnellen Nachrichtenaustausch und Facebook auf das Zusammentreffen von Freunden setzt, zielte Google auf Gemeinsamkeiten von Nutzern. Dabei war es unerheblich, ob nach Musik, Fotos, Onlinemarketing oder ähnliches gesucht wurde. Die Anwender kommunizierten miteinander, kommentierten Bilder und tauschten sich somit aus. Googel Plus war also eine gelungene Abwechslung in der Welt des Social Networks.

Zudem ließ sich Google von überall aus nutzen. Auf den meisten Smartphones sind beliebte Anwendungen wie Google Maps, Youtube und Google Mail bereits vorinstalliert. Anwender profitieren somit von diesen Diensten und genießen diese Vorteile.

Warum geriet Google Plus ins Stocken?

Viele Kritiker sind der Meinung, dass Google Plus einfach keine Weiterentwicklung erhielt. Andere machen eine Datenpanne, die dem Unternehmen schwer im Magen lag, für das Aus von Google Plus verantwortlich. Ende 2018 waren in diesem Zusammenhang verschiedene Namen, Email-Adressen und weitere wichtige Daten für App-Entwicklung sichtbar gewesen. Zwar gab es keine Hinweise auf Datenmissbrauch, dennoch hatte dieser Vorfall einen üblen Beigeschmack hinterlassen.

Ganz gleich, welche Beweggründe für Google vorherrschten: Am 02.04.2019 wurde Google Plus eingestellt. Weitere Dienste wie Google Maps, Youtube etc. blieben selbstverständlich erhalten und sind bis heute uneingeschränkt verfügbar.

Alles, was jedoch über Google Plus eingestellt wurde, ließ das Unternehmen löschen. Nur Inhalte, die aus rechtlichen Gründen aufbewahrt werden mussten, blieben erhalten. Nutzern wurde im Vorfeld angeraten, wichtige Inhalte vor dem Löschdatum herunterzuladen. Auch Kunden und Freunde sollten über die Löschung des Profils informiert werden, damit diese weiterhin in Kontakt mit dem Anwender bleiben konnten.

Welche Vorteile hat Google Plus Unternehmen geboten?

Als Google Plus 2011 an den Start ging, galt das Produkt für Networker als das SEO-Instrument. Gegenüber von Facebook oder anderen Social Media Plattformen konnte Google Plus nämlich in den Suchmaschinen berücksichtigt werden. Das bedeutet: Verbraucher, die etwas über Google gesucht haben, erhielten auch Google Plus Seiten angezeigt. Kein Wunder, denn Google selbst kennt seinen Algorithmus besser als kaum eine andere Suchmaschine. Es war also klar, dass Google und Google Plus Hand in Hand laufen.

Wer also nach einem Unternehmen auf Google suchte, der fand nicht nur die Firmenwebseite, sondern natürlich – falls vorhanden – die Google Plus Seite. Zusätzliche Möglichkeit: Ebenso wie auf Jameda, Ebay oder Amazon war es Verbrauchern möglich, für Unternehmen Bewertungen zu hinterlassen. Da sich verschiedene Unternehmen ganz klassische Profile anlegen konnten, war es den Käufern möglich, Kritiken zu hinterlegen. Über das Google Konto haben sich Rezensenten über die Google nach dem Unternehmen gesucht und natürlich auch die Google Plus Seite gefunden. Diese war häufig auf der rechten Seite von Google im Profil hinterlegt. Mit einem einfachen Mausklick gelangten nun Anwender über den Button „Bewertung“ zu den Rezensionen. Auch hier war es möglich, zusätzlich Sterne zu hinterlassen. Damit konnten Verbraucher ihrer Bewertung quasi mehr Nachdruck verleihen. Ein Stern stand in diesem Rahmen für „sehr schlecht“ und fünf Sterne natürlich für „sehr gut“.

Warum waren Google Plus Bewertungen wichtig für Unternehmen?

Die Anzahl der Bewertungen und insbesondere die Qualität waren mit dem Rankingfaktor der Unternehmen verbunden. Denn letzten Endes macht Google ein Unternehmen von den positiven Bewertungen abhängig. Ein Betrieb, der lauter positive Bewertungen im Internet erntet, taucht höher im Ranking auf. Anders sieht es hingegen mit Firmen aus, die viele schlechte Bewertungen erhalten. Diese sinken im Umkehrschluss im Ranking oder verschwinden irgendwann ganz und gar. Mit anderen Worten: Google bevorzugt Unternehmen, die gute Bewertungen erhalten. Somit sollen Nutzern die besten Firmen offenbart werden. Je besser die Kritiken im Internet ausfallen, desto mehr Relevanz hat das Unternehmen.

Nun kann eine schlechte Bewertung jedes Unternehmen treffen. Niemand ist vor Kritik gefeit. Dennoch haben Firmen die Wahl. Sie können schlechte Wertungen, die gegen das geltende Recht verstoßen, löschen lassen. Das war auch bei Google Plus möglich. Zwar ist es Kunden und Verbrauchern möglich, die Meinungsfreiheit auszuschöpfen, dennoch ist die Meinungsäußerung nur in einem gewissen Rahmen möglich. Das heißt schlichtweg, dass Bewertungen, die

  • das Persönlichkeitsrecht angreifen
  • unwahre Tatsachenbehauptungen einbeziehen
  • Schmähkritiken aufweisen
  • Beleidigungen beinhalten
  • Hassreden oder Verleumdungen vorweisen

lassen sich auf jedem Bewertungsportal löschen. Demnach können Unternehmen diese Bewertungen beanstanden, sodass diese entfernt werden. Warum ist das so?

Ganz einfach: Diese Bewertungen verstoßen nicht nur gegen den guten Ton. Sie sind auch geschäftsschädigend. Entdeckt ein Neukunde mehrere schlechte Bewertungen bei einem Unternehmen, so lässt er sich von den Kundenmeinungen beeinflussen. Das tut er auch dann, wenn es sich um rechtswidrige Meinungen handelt. Deshalb ist es auch sehr wichtig, Bewertungen im Internet zu kontrollieren und negative Kritik ernst zu nehmen. Google Plus war ein Bewertungsportal – es gibt in den unendlichen Weiten des Internets aber noch viele weitere Plattformen, die Raum für Rezensionen lassen. Entdecken Sie eine Bewertung, die das Persönlichkeitsrecht angreift, so sollten Sie direkt handeln. Diese Bewertungen lassen sich löschen. Wir haben in der Vergangenheit zahlreiche Mandanten betreut, die uns mit der Löschung von negativer Kritik beauftragt haben. Verstößt eine Rezension gegen die Richtlinien des Bewertungsportals, so lassen sich die Wertungen entfernen. Sie können von diesem Recht Gebrauch machen und müssen sich diese Form der Kritik nicht gefallen lassen.

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